Konzertkritik in Bielefelder Zeitung

Elis & Catherine

Hallo zusammen!

Wir haben eine tolle Konzertkritik zu unserem Bielefelder Konzert in der Zeitung “Neue Westfälische” erhalten.
Wir haben uns auch bemüht sie ins Englische zu übersetzen: http://elisandcatherine.com/en/2019/05/15/review-of-bielefeld-concert/ ;)
Vielen Dank an Ralf Bittner für den schönen Artikel!

Hier ist das Original: https://www.nw.de/kultur_und_freizeit/kultur/22221848_So-schmeckt-die-Sonne.html

So schmeckt die Sonne
Brasilianisches Flair: Das Duo Elis & Catherine bringt mit Gitarre und Cello südamerikanische Leichtigkeit in den Biergarten der Neuen Schmiede

Von Ralf Bittner

Bielefeld. Sanft und warm schmeicheln sich die Töne des Cellos in den lauen Sommer- abend. Catherine Bent strei- chelt mit dem Bogen die Sai- ten und wiegt dabei ihr Ins- trument sacht im Arm. Dann kommt Elis Roseiras Gitarre dazu, klar und ebenso leicht. „Mãos abertas“ (offene Hän- de) heißt der wunderschöne Bossa nova, mit der das Duo sein Konzert im Biergarten der Neuen Schmiede eröffnet. Der Auftritt war als „Konzert im Lokal“ angekündigt, wegen der Witterung aber ins Freie verlegt worden. Eine gute Entscheidung, denn das Duo „Elis & Catherine“ lockte so viele Zuhörer an, dass eilends zusätzliche Stühle und Bänke herangetragen werden mussten. Die Zuschauer erlebten in den folgenden zwei Stunden eine musikalische Reise zwei virtuoser Instrumentalistinnen durch die verschieden Rhythmen und Stilarten der brasilianischen Musik.

Im Repertoire finden sich Stücke großer brasilianischer Komponisten wie Antônio Carlos Jobim, Milton Nasci- mento, Ernesto Nazareth oder Chico Buarque und Eigenkompositionen. Angereichert wird das Ganze mit volkstümlicher Musik aus den beiden Amerikas, afrikanischen Rhythmen und europäischen Tänzen.

Nicht nur in der Musik vereinen sich verschiedene Ein- flüsse, auch die Musikerinnen leben beiderseits des Atlantiks. Bent stammt aus London und lebt in den USA, Roseira stammt aus Deutschland, lebt in München, ist aber oft in Bos- ton und Rio de Janeiro. 2015 erschien die erste CD „Um Gos- to de Sol”, die dem Pro- gramm den Namen gibt. Bent hat gerade die mit vielen bra-silianischen Musikern eingespielte CD „Ideal“ vorgelegt, ein Album mit Eigenkompositionen, die den vielen brasilianischen Musikarten Tribut zollen.

Auch der Bossa nova vom Anfang stammt von der CD und ist bei aller Zartheit so stark, dass das Publikum sich aus Bielefeld nach Rio träumt. Bent sorgt mit gestrichenem oder gezupftem Cellospiel für Tiefe und pulsierende Leben- digkeit. Ihr Spiel ist nicht nur Untermalung, sondern kann auch grooven oder einfühlsam melodiös daherkommen.

Roseiras fein akzentuiertes Gitarrenspiel fügt sich wie selbstverständlich in die eher ungewöhnlich scheinende Kombination von Cello und Gitarre. Die Gitarristin übernimmt auch den Gesang als drittes Instrument, das die Essenz der Lieder mal verdichtet und auf den Punkt bringt, mal Kontrapunkte setzt. Die Lieder handeln von großen Gefühlen oder Liebeserklärungen. Spaß macht das Lied vom „Tici Tico“, einem kleinen Vo- gel, der immer wieder versucht, von einem Kuchen zu naschen. Zu einem lebendigen musikalischen Ringen zwischen konzertant-europäischer und brasilianisch-volkstümlicher Spielweise wird das flotte „Brejeiro“. Fast programmatisch kommt das Stück mit dem ungewöhnlichen Titel „Som do Seilerei“ (Klang der Seilerei) daher.

Wie verschiedene Stränge eines Seiles kommen hier verschiedene Musiktradtionen zusammen, Reggaeeinflüsse ebenso wie Marschmusik und die Frustration bei dem Versuch, das alles zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Das gelingt dem Duo inzwischen bestens wie der Applaus am Ende zeigt.

Konzertkritik in Bayerischer Zeitung

(Un)vermittelte Überraschungen

IMPROVISATION Stücke in neuem Stilgewand, ungewöhnliches Besteck, Änderungen im Programm – das Jazzweekend ist für Abwechslung gut.
by Juan Martin Koch, MZ

Catherine Bent vom Duo Elis & Catherine aus München, das sich in der aparten Besetzung Gitarre-Cello vor allem der brasilianischen Musik widmet. Fotos: altrofoto.de

REGENSBURG. Die Kunst der vermittelten Überraschung: So könnte man vielleicht eines der Merkmale umschreiben, die guten Jazz ausmachen.

[Rezensionen verschiedener Veranstaltungen des Jazzweekends]

So stieß man beim Flanieren im Innenhof des „Amore, Vino & Amici“ auf Elis Roseira und Catherine Bent. Die beiden Musikerinnen widmen sich in der aparten Besetzung Gitarre-Cello vor allem der brasilianischen Musik, wobei Gitarristin Elis Roseira auch die Vokalparts übernimmt. Die Songperlen eines Chico Buarque („A mais bonita“) etwa werden da auf ihre Essenz konzentriert, die Intimität des Duos tut ihnen hörbar gut.

Catherine Bent ist eine äußerst versierte Instrumentalistin, die sich nie in den Vordergrund spielt, aber dem Ganzen mit feinen Cellostrichen Kontur verleiht. Elis Roseira beweist, dass man keine Riesenstimme braucht, um dieses Repertoire zum Leben zu erwecken. Jobims 3/4-Bossa „Chovendo na roseira“ ist ihr quasi in den Namen geschrieben, aber auch ein Dylan-Klassiker wie „You’re gonna make me lonesome when you go“ (Pate stand hier wohl die Version von Madeleine Peyroux) funktioniert in dieser Besetzung wunderbar.

[weitere Rezensionen]


Dieser Artikel erschien am 11.07.2016 in der “Mittelbayerische Zeitung” auf Seite 38.
Online Version: http://www.mittelbayerische.de/kultur-nachrichten/unvermittelte-ueberraschungen-21853-art1402794.html